Haben Sie Angst vor der Zahnbehandlung?

„Gespräch ohne Bohrer“

Verehrte Patientin, verehrter Patient,

bevor Sie als sogenannte Angstpatientin oder Angstpatient in meine Praxis kommen, gebe ich Ihnen gerne einige Vorabinformationen.

Ich schildere Ihnen wie so ein erster Besuch ablaufen kann.

Was ich nicht tun werde:

  • Ihnen mit der Sonde schmerzhaft in die Zahndefekte stechen
  • Ihnen irgendwelche Vorhaltungen machen
  • Ihnen erzählen was Sie alles hätten tun müssen
  • Sie mit negativen Kommentaren zu Ihrem Zahnbefund belästigen
  • Ihnen erzählen, daß Sie keine Angst haben müssen usw. usf.
  • Ihnen nicht versprechen, daß Sie nie wieder Zahnbehandlungsangst haben

Ich versichere Ihnen, daß Sie sich weder vor mir noch vor meinen Mitarbeitern schämen müssen, da wir es als „Spezialisten“ gewohnt sind, Zahnbefunde zu sehen, die nicht der „Norm“ entsprechen.

Unser Ziel ist es

  • Ihnen so weit zu helfen, daß Sie mit Ihrer Zahngesundheit zufrieden sind
  • Sie vor weiterem Schaden zu bewahren
  • Ihnen Beistand zu leisten, Ihre Autonomie bzgl. der Zahn- und Mundgesundheit wiederzuerlangen
  • Ihnen Lebensqualität zurückzugeben
  • Sie vor dem Horror „Zahnbehandlung“ soweit zu stärken, daß die Angst mindestens relativiert wird.

Viel Glück!

Ob und in welcher Höhe (zusätzliche) Kosten anfallen, kann nur in einem persönlich Gespräch geklärt werden. Ganz sicher ist, dass wir Sie nicht "abzocken" wollen oder werden. Unser vorderstes Ziel ist, Ihnen zu helfen. In sehr vielen Fällen glückte es bereits, warum also nicht auch bei Ihnen?

Oralophobie (Oralphobie/Oralpsychologie)

Eigentlich hat fast jeder Angst vorm Zahnarzt. Zum Zahnarzt zu gehen, ist eine unangenehme Sache. Eine lästige Angelegenheit.

Es gibt aber eine Gruppe von Menschen, für die das ganz anders ist. Die sind nicht nur ängstlich, sondern haben eine regelrechte Panik. Alleine der Gedanke daran, auf dem Behandlungsstuhl zu sitzen und nur den Mund zu öffnen, löst nackte Angst aus. Die schlimmsten Schmerzen werden deshalb ertragen und mittels Medikamenten betäubt, nur damit dieser Gang zum Zahnarzt vermieden wird.

Diese Menschen nennt man "Oralophobiker". Sie haben panikartige Ängste vor der Zahnbehandlung, die oft durch Erlebnisse in der Kindheit ausgelöst wurden, die noch tief im Unterbewussten verankert sind. Die meisten Oralophobiker haben eine Gemeinsamkeit: Sie denken, sie seien alleine mit ihrem Problem und hätten das schlimmste Gebiss der Welt. Das ist ein Trugschluss.

Alleine in Deutschland gibt es mindestens 12 Millionen Menschen, die unter dieser übermäßigen Angst leiden. Die mehr oder weniger sichtbaren Zahnprobleme bereiten diesen Menschen im Alltag oft so große Probleme, dass sie sich dann mehr und mehr aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen. Lachen findet nur noch hinter vorgehaltener Hand statt, wenn überhaupt. Die Angst, die Scham und das schlechte Gewissen werden häufig zum persönlichen Lebensschwerpunkt.

Wir nehmen diese Ängste sehr ernst und möchten Ihnen versichern, dass wir damit sehr gut umgehen können. Sollten Sie übermäßige Angst haben, kommen Sie einfach einmal zu einem ganz unverbindlichen Gespräch in unsere Praxis. Wir vereinbaren mit Ihnen eine Spezialtermin, so dass Sie nicht mit anderen Patienten, den verhassten Geräuschen oder anderen angstauslösenden Momenten konfrontiert werden. Dabei werden wir Sie informieren, welche Möglichkeiten es gibt, Ihnen zu helfen. Eine Untersuchung nehmen wir bei dieser Gelegenheit nicht vor, außer Sie würden es ausdrücklich wünschen. Dabei nehmen wir uns so viel Zeit, wie Sie möchten.
Von vielen unserer ex-Phobiker, die wir bisher alle behandeln konnten, wissen wir, dass anschließend eine neue Lebensqualität gefunden wurde und jeder einzelne sehr froh darüber war, seine Angst überwunden zu haben. Es ist wirklich nicht so schwer wie man sich das vorstellt. Sie müssen nur den ersten Schritt unternehmen.

Wir arbeiten sehr eng mit dem "Institut für Psychosomatische Zahnmedizin" in Achern zusammen. Dr. Wiegand ist auch Stellvertretender Vorsitzender und Gründungsmitglied des Vereins "Oralophobia", der sich zum Ziel gesetzt hat, Betroffenen weiterzuhelfen.(www.oralophobia.de) Wir haben uns von daher auch eng mit dem Diskussionsforum des Instituts rsp. des Vereins verknüpft. Es könnte Oralophobikern helfen, aus dem "Loch" herauszukommen und mit Leidensgenossen Kontakt aufzunehmen. Das kann anonym oder namentlich geschehen, das bleibt Ihnen überlassen. Aber oft hilft es schon weiter, wenn man erkennt, dass man nicht alleine ist mit seinem Problem und Erfahrungsberichte von anderen Menschen liest. Wir laden Sie herzlich dazu ein, diese Möglichkeit zu nutzen.

Wenn Sie sich also selbst zu den Oralophobikern zählen, bitte vertrauen Sie uns und denken Sie immer daran: Ihr Problem ist lösbar.

Anti-Angst-Training (AAT)
Das AAT ist eine speziell für Oralophobiker entwickelte Therapieform und wird in mehreren Praxen von speziell geschulten Behandlern angewandt. Erste Untersuchungen zeigen, dass die Methode für Angstpatienten hoch effektiv ist. Im AAT wird der Patient in die Behandlungssituation hineingeführt. Er bleibt dabei stets der aktive Teil und übernimmt die Verantwortung für die Situation. Der Zahnarzt hat die Funktion des Trainers.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. dent. M. Wiegand
Praxis für Allgemeine Zahnheilkunde
Dozent an den Beruflichen Schulen Groß-Gerau, Lehrtätigkeit: Behandlungsassistenz für Zahnmedizinische Fachangestellte
Therapie der Zahnbehandlungsangst (Oralophobie)